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Rubrik: Campus Life

„Times Higher“-Ranking der Hochschulen: ETH büsst ein
Von Rang 10 auf 21

Published: 31.10.2005 06:00
Modified: 31.10.2005 21:53
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Im zweiten vom "Times Higher Education Supplement" in London publizierten Ranking der 200 besten Universitäten der Welt verliert die ETH spürbar an Boden, kann sich aber in ihren angestammten Gebieten im besten Dutzend der Welt behaupten. Gerade das Beispiel der ETH zeigt auch die Tücken solcher Ranglisten auf: Die im Jahresvergleich starken Schwankungen lassen sich teilweise nur schwer erklären.



Norbert Staub (mailto:norbert.staub@sl.ethz.ch)

Die ETH Zürich hat im mit Spannung erwarteten globalen Hochschulranking des „Times Higher Education Supplements“ im Vergleich zum Jahr 2004 eine Einbusse hinnehmen müssen und elf Ränge verloren. Sie figuriert in der am letzten Freitag zum zweiten Mal erschienenen Liste der 200 besten Universitäten der Welt neu auf Platz 21. Unangefochten die beste Hochschule auf dem Globus bleibt gemäss diesem Ranking Harvard. Auf dem zweiten Platz folgt das Massachusetts Institute of Technology und auf den Plätzen 3 und 4 bereits die Universitäten Cambridge und Oxford.

Paris statt Zürich

Die beiden englischen Top-Unis konnten sich damit klar in der von US-Instituten geprägten Spitze (Stanford: 5., Berkeley: 6., Yale: 7.) behaupten. Mit der London School of Economics (11.) und dem Imperial College (13.), mit welchem die ETH in der IDEA League verbunden ist, markiert England unter den renommiertesten Bildungsstätten deutliche Präsenz. Etwas überraschend hat im „Times“-Ranking die Ecole Polytechnique in Paris die ETH als führende kontinentaleuropäische Hochschule abgelöst: Sie hat sich vom 27. auf den 10. Platz verbessert.

Bezogen auf Europa bleibt die ETH mit Platz 6 in der vordersten Gruppe. Ähnlich präsentiert sich das Bild, wenn man ausschliesslich die wissenschaftlichen Domänen der ETH - Naturwissenschaften und Technologie - beleuchtet: In beiden Bereiche belegt die ETH Zürich weltweit Rang 12. Zum Vergleich: Im aktuellen Ranking der Shanghai Jiao Tong University belegt die ETH Zürich Platz 27.(1)

Aufstrebendes China

Die Schwesterhochschule EPF Lausanne hat sich im Gesamtranking mit Rang 34 (2004: 32) gut halten können. Die Uni Zürich hat erstmals den Sprung unter die besten 200 geschafft und belegt gleich die 85. Position. Auch bei den IDEA-League-Partnerhochschulen ist spürbar Boden gutgemacht worden: Die TU Delft verbesserte sich von Platz 78 auf 53 und die RWTH Aachen kommt neu auf Rang 172 (2004: 184). Macht man sich in den vordersten Positionen auf die Suche nach Nationen ausserhalb Europas und der USA, so findet man mit der Uni Tokyo (16., 2004: 12) eine bewährte Adresse und mit der Universität Beijing (15; 2004: 17) eine aufstrebende Kraft. Gut positioniert sind auch die Technische Hochschule und die Universität im boomenden Hong Kong (43. und 41.).

Neuer Indikator

Betrachtet man die für das Ranking verwendete Methode, sind im Vergleich zum Vorjahr wichtige Neuerungen festzustellen. Der Referenz-Uni, also Harvard, wurden nicht mehr 1'000, sondern nur 100 Punkte zugeordnet, was die Abstände zwischen den Rängen kleiner werden liess.

Harvard bleibt unangefochten, und englische Unis bilden neben den US-Zugpferden die zweitstärkste Fraktion im aktuellen "Times Higher Education"-Ranking der 200 Spitzenunis der Welt.

Als neues Kriterium einbezogen wurde die Meinung von insgesamt 333 grossen Unternehmen diverser Branchen zur Eignung der jeweiligen Hochschul-Absolventen für den Arbeitsmarkt. Es machte 10 Prozent der Gewichtung aus. Die Befragung der Peers verlor damit etwas an Bedeutung, blieb mit 40 Prozent dennoch das wichtigste Kriterium. Die Anzahl der weltweit befragten aktiven Forschenden stieg von 1'300 auf 2'375.

Einbruch bei zitierter Forschung

Die zitierte Forschung (2) von Angehörigen der betreffenden Hochschulen wurde wie letztes Jahr zu 20 Prozent gewichtet, die Anzahl der Studierenden pro Fakultät ebenfalls zu 20 Prozent. Die Anzahl ausländischer Studierender floss zu 5 Prozent in die Wertung ein – auch dies blieb gleich. Denselben Stellenwert hatte die Zahl internationaler Dozenten der Universitäten.

Ein Blick auf die einzelnen Bewertungskriterien bei der ETH zeigt, dass sie bei der Bewertung durch die Peers mit 49 von 100 Punkten beachtlich abschneidet. Fast das Maximum holte die ETH beim Punkt „Internationale Dozierende“ heraus, nämlich 98 von 100. Enttäuschend hingegen das Ergebnis der Befragung von Unternehmen. Hier gab es für die ETH ganze 7 Punkte. Entscheidend für das Abrutschen in der Rangliste ist aber, dass die ETH bei der zitierten Forschung nur noch 8 von 100 Punkten erreichte. Im Vorjahr waren es umgerechnet über 60, was die „Times“ damals dazu bewog, der ETH den Titel eines europäischen „citations champion“ zu verleihen.

Man muss sich fragen, ob ein solcher Einbruch innerhalb eines Jahres die Tatsachen wiedergibt, oder ob andere Gründe für das veränderte Bild verantwortlich sind. Der Umstand, dass zum Beispiel die Bezeichnungen für die ETH Zürich im internationalen Rahmen nicht konsistent sind - neben „ETH Zurich“ kursiert zum Beispiel „Swiss Federal Institute of Technology, Zurich“ – dürfte einen möglichst vollständigen Nachweis der Zitationen erschweren.

References:
Link zur aktuellen Ausgabe des "Times Higher Education Supplements": www.thes.co.uk/
"ETH Life“-Artikel zum Times Higher“-Ranking von 2004: www.ethlife.ethz.ch/articles/timesranking.html

Footnotes:
(1) „ETH Life“-Artikel zum Ranking der Shanghai Jiao Tong University 2005: www.ethlife.ethz.ch/articles/news/shanghairank05.html
(2) Quelle: Thomson’s Essential Science Indicators, 1995 bis 2005.


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